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Noch immer wächst in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut auf. Noch immer werden Hilfebedürftige durch gesetzliche Auflagen entmündigt und noch immer wird die Andersheit eines Menschen an den Rand der Gesellschaft kommentiert. Es reicht! Stellen wir das Alte in Frage, um für eine neue, gerechtere Welt zu kämpfen. Setzen wir ein Statement gegen Ungleichheit, Fremdenhass und einen Kapitalismus, der zum Selbstläufer geworden ist. Menschen aus Frankfurt (Oder) und Studierende der Fachhochschule Potsdam werfen einen Blick auf Missstände, über die es sich zu empören lohnt. Ein Theaterabend, der die Empörten nach ihren Positionen des Aufstands befragt – collagiert mit Manifestfragmenten des 21. Jahrhunderts.

Regie: Hannes Langer / Dramaturgie: Katja Münster

Mit: Kurt Borowski, Silke Borowski, Annika Eschenbach‚ Elisa Hartmann, Franziska Kahlfürst, Hannah Kattwinkel, Rita Klemt, Maja Kuhn, Norbert Leitzke, Steven Mühlbach, Phillip Nowakowski, Danny Peisker, Maik Pistiak, Jolan Porst, René Tietz, Luisa Werner und Merle Zeisig

WEITERE VORSTELLUNGEN
MO 27.05.2019 · 20:00 UHR
DO 06.06.2019 · 20:00 UHR
SA 08.06.2019 · 17:00 UHR

Während dem Workshop in der Floating University sind viele gute Collagen entstanden für die nächste Ausgabe. Die wollen wir sichten und wünschen uns noch Text und Wort. Außerdem würden wir gerne gemeinsam einen Aufruf zum Vagabundenkongress verfassen. Kommt vorbei und macht mit!

Die »umwelt«

Ist der Standpunkt ein relativer, sollte sich das Individuum voll entfalten, denn es kann nun seinen eigenen Standpunkt bestimmen und diesen immer wieder neu positionieren. Das Individuum sollte als Subjekt kein Unterworfenes mehr sein, sondern als Selbst sich durch die anderen und mit den anderen definieren, demnach ein befreites Leben initiieren.
Zeigte und zeigt das Spiegelstadium eine Identifikation, was sieht das Subjekt oder – besser gesagt – wem begegnet das Subjekt im Monitorstadium? Im Spiegelstadium wurde die Beziehung zwischen Innenwelt und Umwelt hergestellt, wie sie heute noch der Fall ist. Doch kommt im Monitorstadium etwas Neues dazu, nämlich die bereits angesprochene Verunsicherung dessen, was die Wirklichkeit ist.

Was ist nämlich noch die Umwelt, wenn wir durch die Mediatisierung diese geradezu verdrängen, um den Images zu huldigen? Wenn die Umwelt nicht mehr primär die tatsächliche Umgebung ist, sondern die durch die Medien transformierte Umwelt als Zeichen für die Umwelt?
[...]
Somit befinden wir uns in der komplizierten Lage, nicht nur die Umwelt zu erkennen, sondern auch noch die Zeichen, die behaupten, die Umwelt zu sein. Es ist schwieriger geworden, das Leben! Zugleich hat aber jede/r die Möglichkeit, einem despotischen Zentralismus zu entkommen, indem die Medien – als Remedien verwendet – eine befreite Gemeinschaft gestalten, die das Subjekt zum Selbst befördert.

*in Kunstforum International | Band 105 | Das gequälte Quadrat